Lebensmitteldeklaration

Neues Lebensmittelrecht

Am 1. Mai 2017 tritt das neue Lebensmittelrecht in Kraft. Das hat folgende Änderungen zur Folge:

  • Fisch:  Die Herkunft von Fisch wird gleich deklariert wie diejenige von Fleisch.
  • Allergene: Es gibt einen gut sichtbaren, schriftlichen Hinweis auf mündliche Auskunft.
  • Insekten: Mehlwürmer, Grillen und Heuschrecken sind zugelassen. Sie müssen aus einer Zucht stammen und dürfen nur verarbeitet abgegeben werden. Zudem müssen sie wie allergene Zutaten gekennzeichnet werden.

Weitere Informationen befinden sich auf der Homepage des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV: www.blv.admin.ch

***

Verschiedene gesetzliche Bestimmungen verlangen, dass die Gäste in Restaurants über bestimmte Eigenschaften der abgegebenen Speisen und Getränke informiert werden müssen.

Insbesondere sind folgende Angaben schriftlich bekannt zu geben:

  • Produkte, die gentechnisch veränderte Organismen enthalten, aus solchen gewonnen wurden oder aus solchen bestehen

  • Produktionsland der Tierart bei Fleisch, Fleischzubereitungen und Fleischerzeugnissen (gilt nicht für Wild, Reptilien, Fische, Frösche, Weich- und Krebstiere)

  • Mit ionisierenden Strahlen behandelte Lebensmittel (z.B. bei Gewürzen)

  • Fleisch von mit Hormonen oder Antibiotika behandelten Tieren

  • Kaninchenfleisch sowie Eier von Hühnern aus in der Schweiz verbotenen Haltungsformen

  • Die Sachbezeichnung und der Alkoholgehalt von Spirituosen in Volumenprozenten (gilt nicht für Getränke auf Basis von Spirituosen, die im Gastlokal ad hoc zubereitet werden)

  • Mengenangabe für Spirituosen, Liköre, Apéritifs, Wein, Bier, Mineralwasser, Süssgetränke, Obst-, Frucht- und Gemüsesäfte sowie für kalte Milch und kalte Milchmischgetränke (gilt nicht für Mischungen mehrerer Fertiggetränke, für mit Wasser angesetzte oder mit Eis vermischte Getränke sowie für ad hoc im Gastlokal zubereitete Spirituosen)

  • Angabe des tatsächlich zu bezahlenden Preises in Schweizerfranken (zusätzliche Angabe des Preises in einer Fremdwährung ist erlaubt)

Mündlich sollte u. a. über folgende Angaben Auskunft gegeben werden können:

  • Die Sachbezeichnung (Name des Lebensmittels) beziehungsweise die verkehrsübliche Bezeichnung oder Beschreibung der Zubereitung. Für die korrekte Sachbezeichnung auf der Weinkarte empfiehlt es sich, die Angaben auf der Weinetikette wiederzugeben.

  • Zutaten (gegebenenfalls inkl. mengenmässiger Angabe)

  • Deklaration jener Stoffe, die gemäss Lebensmittelgesetzgebung schwere Allergien oder Intoleranzen auslösen können (siehe Kapitel 2.2)

  • Produktionsland von Lebensmitteln (bei Fleisch ist die schriftliche Information Pflicht, siehe oben) sowie unter Umständen das Produktionsland der Rohstoffe (z. B. bei Zuger Kirschtorte)

  • Angabe, ob Lebensmittel rückverdünnt wurden

Selbstverständlich ist es immer möglich, die oben stehenden Angaben auf freiwilliger Basis in die Speisekarte aufzunehmen.

In jedem Fall gilt: Die gemachten Angaben müssen korrekt sein, egal ob mündlich oder schriftlich gegeben. Der Restaurateur ist dafür verantwortlich, dass seine Deklarationen richtig sind. Dabei muss er sich darauf verlassen können, dass sein Lieferant ihn korrekt und vollständig informiert. Der Unterschied zwischen Alaska-Seelachs und Dorsch kann zum Beispiel selbst ein kantonales Labor erst mit einem DNA-Test endgültig bestimmen.