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HAFTPFLICHT FÜR GEGENSTÄNDE DES GASTES (Grundsätze)

  • Gästeeigentum bei Übernachtung: Der Hotelier haftet prinzipiell für das Gästeeigentum (Beschädigung, Vernichtung und Entwendung).

  • Meldung der Schäden (bei Übernachtung): Der Gast muss alle Schäden sofort nach der Entdeckung dem Unternehmer melden, ansonsten erlöschen seine Ansprüche.

  • Durch den Gast verursachte Schäden (bei Übernachtung): Für Schäden, die durch den Gast oder einen seiner Begleiter oder Besucher verursacht wurden, haftet der Hotelier nicht.

  • Höhere Gewalt (bei Übernachtung): Bei höherer Gewalt liegt die Haftung ebenfalls nicht beim Hotelier.Wertgegenstände (bei Übernachtung): Für Kostbarkeiten und grössere Geldbeträge haftet der Hotelier nur, sofern diese hinterlegt wurden oder wenn ihn oder einen Mitarbeitenden ein Verschulden trifft. Werden Wertgegenstände zur Aufbewahrung übernommen, so haftet der Hotelier für den vollen Wert.

  • Haftungshöhe (bei Übernachtung): Wenn dem Hotelier oder einem seiner Mitarbeiter kein Verschulden angelastet werden kann, so haftet dieser pro Gast mit maximal 1000.– Franken.

  • Garderobenhaftung im Restaurant: Bei blosser Bewirtung haftet der Restaurateur für die Garderobe nur, wenn ein Hinterlegungsvertrag (muss nicht unbedingt schriftlich sein) abgeschlossen wurde. Ein solcher liegt zum Beispiel vor, wenn die Kleider gegen eine Empfangsmarke angenommen werden. Werden Kleider hingegen entgegengenommen und in einer frei zugänglichen und unbewachten Garderobe ohne Empfangsmarke abgelegt oder vom Gast selber in einer frei zugänglichen Garderobe aufgehängt, so kommt kein Hinterlassungsvertrag zustande und der Restaurateur haftet nicht. Das gilt unbesehen davon, ob die Garderobe mit einem Schild «jede Haftung ist ausgeschlossen» versehen ist oder nicht.

  • Fahrzeuge: Bei Fahrzeugen besteht nur eine Haftung, wenn der Restaurateur oder Hotelier einen Hinterlegungsvertrag abgeschlossen hat. Ein solcher kommt zum Beispiel zu Stande, wenn ein Parkplatz in der Tiefgarage angeboten wird. Keine Haftung besteht hingegen in den meisten Fällen, wenn das Fahrzeug auf einem offenen Hotelparkplatz abgestellt wird.

  • Für Schäden wegen Gebäudemängeln haftet der Hauseigentümer.

HAFTPFLICHT FÜR PRODUKTE (Grundsätze)

  • Für die Sicherheit von Produkten (Produktehaftpflicht) haftet grundsätzlich der Unternehmer. Der Gast muss beweisen können, in welchem Betrieb er den Schaden (z. B. Zahnabbruch durch Plastikstück in Torte) erlitten hat.

HANDY

  • Um Verhaltensregeln oder Verbote zu vermeiden, werden die Gäste gebeten, ihr Handy so einzustellen, dass andere Gäste nicht gestört werden. Grundsätzlich entscheidet der Betriebsinhaber im Rahmen der Hausordnung über die Verwendung des Handys.

HAPPY HOUR

  • Spezielle Verkaufs- und Werbemassnahmen wie zum Beispiel eine Happy Hour oder preisvergleichende Angaben sind mit und für Spirituosen nicht zulässig. Erlaubt sind solche Aktionen hingegen für Wein und Bier.

  • Siehe auch VERKAUFSFÖRDERUNGSMASSNAHMEN

HAUSVERBOT

  • Der Restaurateur oder Hotelier kann unerwünschten Gästen ein Hausverbot erteilen. Dieses muss jedoch sachlich begründet und darf nicht willkürlich sein. Unzulässig ist ebenfalls ein Hausverbot aus rassistischen Gründen. Ein Hausverbot kann zeitlich befristet oder aber unbefristet ausgesprochen werden.

Inhaltlich sollte das Hausverbot folgende Punkte beinhalten:

  • Möglichst genaue Adresse der betroffenen Person (kann oder will sich eine Person nicht ausweisen, so ist die Polizei beizuziehen)

  • Exakte Angabe des Grundes für das Hausverbot

  • Exakte Angabe von Ort und Zeitdauer, für die das Hausverbot ausgesprochen wurde

  • Hinweis auf strafrechtliche Folgen bei Zuwiderhandlung (Hausfriedensbruch, Art. 186 StGB)

  • Es muss klar ersichtlich sein, wer das Hausverbot erteilt hat. Ein Hausverbot sollte schriftlich und eingeschrieben zugestellt werden (allenfalls auch persönliche Übergabe gegen Unterschrift oder Aushändigung unter Zeugen). Zudem sollte eine Kopie an die zuständige Kantonspolizei geschickt werden. Kommt es später zu einer Verletzung des Hausverbotes, so sollte die Polizei hinzugezogen werden. Eine Verletzung des Hausverbotes berechtigt den Restaurateur oder Hotelier zur Anzeige wegen Hausfriedensbruchs. Eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs ist nur möglich, wenn vorher gültig und beweisbar ein Hausverbot ausgesprochen worden ist.

  • Unter www.gastroprofessional.ch sind ein Musterformular sowie ein Merkblatt zum Hausverbot aufgeschaltet.

HYGIENE

Im Gastgewerbe ist die strenge Handhabung hygienischer Vorschriften zentral. GastroSuisse setzt sich dafür ein, dass die gesetzlichen Vorschriften und deren Vollzug gastgewerbefreundlich und KMU-tauglich sind. Die Leitlinie „Gute Verfahrenspraxis im Gastgewerbe“ (GVG) setzt einheitliche und verbindliche Hygiene-Standards für die Branche.

  • Um den hohen hygienischen Ansprüchen zu genügen, kann der Unternehmer einen Gast anweisen, unhygienisches Verhalten zu unterlassen.

  • Siehe auch TIERE

HOCHZEITEN Siehe BANKETTE